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[Denkmälerverzeichnis der Stadt Pulheim]
Pulheim: Festumzug des Turnvereins "Edelweiß", nach 1910
Josef Wißkirchen
 | (Klick vergrößert) | Vor dem Ersten Weltkrieg - Fußballvereine gab es noch nicht - war der Turnsport sehr populär. Auch in Pulheim war das Turnfest des Turnvereins "Edelweiß" ein Ereignis für den ganzen Ort. Das Foto, entstanden vor dem Ersten Weltkrieg, zeigt den Festumzug, wie er unter den Marschmusikklängen einer stattlichen Blaskapelle vom Marktplatz auf den Driesch einschwenkt. Der Kapelle folgen die Turner im weißen Turnanzug, allen voran der Fahnenträger des Vereins.
Im linken Hintergrund erkennt man das Pulheimer Kriegerdenkmal der Gefallenen und Veteranen von 1870/71 mit der Statue der Germania. Als 1924/25 an dieser Stelle ein neues Rathaus (das heutige Alte Rathaus) gebaut wurde, mußte das Denkmal zum Paul-Decker-Platz weichen, wo es durch einen Luftangriff am 20./21. September 1940 schwer beschädigt wurde. (Foto in: Josef Wißkirchen, Stadt Pulheim - Geschichte ihrer Orte, ISBN 3-7927-1251-2)
Von den damaligen Gebäuden am Marktplatz steht heute nur noch der "Hubertushof" (rechts), der in den neuen Gebäudekomplex der Volksbank Erft einbezogen ist und eine Apotheke beherbergt. Davor erkennt man die traditionsreiche Pulheimer Gaststätte "Im weißen Häuschen"; der Schmuck mit Tannengirlanden legt die Vermutung nahe, daß hier das Vereinslokal des Turnvereins war. Auch der Weg zum Germania-Saal, der hinter dem Hubertushof lag, ist mit Tannengirlanden geschmückt; hier fand der abendliche Festball statt.
Wohl 1910 war Pulheim elektrifiziert worden, und sehr bald danach dürfte das Bild entstanden sein. Der Mast auf dem Marktplatz mit der neuen elektrischen zentralen Straßenlaterne des Ortes war damals ein Zeichen des Fortschritts.
Von den vielen Personen lenken vor allem die Kinder im Vordergrund die Aufmerksamkeit auf sich: links zwei kleine Mädchen mit dem damals üblichen Kittelkleidchen, rechts davor ein auffallend schick herausgeputztes Mädchen mit kessem Hut, im Vordergrund rechts ein kleiner Junge - auch er im Kleidchen, wie es damals allgemein üblich war.
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