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  | Umfangreiche Datenbanken für Familienforscher |
Anfang des Jahres 2005 hat der Verein für Geschichte e.V. mit dem Aufbau einer digitalen „Totenzettelsammlung Rhein-Erft“ auf dieser Homepage begonnen. Inzwischen sind ca. 5400 Totenzettel – bzw. Sterbebilder, wie es im süddeutschen Raum heißt – digitalisiert, inhaltlich erfaßt und in die Sammlung eingestellt worden. Sie hat sich damit zu einer der größten im Internet frei verfügbaren Sammlungen entwickelt, die sich darüber hinaus dadurch auf einzigartige Weise auszeichnet, daß sie sämtliche Totenzettel mit Text- und Bildseiten abbildet. Die Sammlung wird dadurch nicht nur zu einer interessanten Quelle für alle Genealogen, sondern ebenso auch für Historiker, die sich mit Fragen der Regional-, Alltags-, Religions- und Mentalitätsgeschichte befassen.
 Drei Todesopfer bei einem Grubenbrand in Grefrath am 3. 2. 1942; hier befindet sich heute das Marienfeld, das durch den Papstbesuch berühmt geworden ist.
Die Sammlung wird ständig ausgebaut. Inzwischen kooperiert der Verein für Geschichte e.V. mit dem Frechener Geschichtsverein e.V., der seinerseits eine entsprechende Sammlung aufbaut, die mit der unseren zu einer Datenbank zusammengeführt wird. Auch das Stadtarchiv Erftstadt hat damit begonnen, Totenzettel aus dem Bereich der Stadt zu sammeln, digital zu bearbeiten und in unsere Sammlung einzustellen. Josef Rosenbaum aus Grevenbroich hat seine umfangreiche Sammlung digitalisierter Totenzettel uns zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt. Sie konnten bisher nur zum Teil bereits in die Sammlung eingestellt werden. Wir sind jedoch bemüht, im Rahmen unserer Arbeitskapazität die Erfassung dieser Sammlung zu komplettieren, zumal sie eine Vielzahl wertvoller Einzelstücke enthält. Zum Ausbau der Sammlung tragen insbesondere zahlreiche Einzelpersonen bei, die ihre oft umfangreichen Sammlungen von originalen Totenzetteln vorübergehend für eine Erfassung und Bearbeitung zur Verfügung stellen. Im Ordner THESAURUS/TEXTE dieser Homepage (http://www.vfg-pulheim.de/thesaurus/texte/) finden Sie zwei neue informative Veröffentlichungen als PDF-Dateien:
Totenzettelsammlung Nordrhein-Westfalen (Auszug für den Großraum Pulheim-Frechen-Köln), bearbeitet von Peter W. Lohmann
Einwohnerliste Esch - Auweiler – Pesch (1799), bearbeitet von Heinz Nellessen Es handelt sich um die erste Einwohnerliste dieser Orte, die in französischer Zeit 1799 entstand.
JW
(9/13/05)
  | St.-Anna-Stiftung von 1505 in Pulheim und eine Urkunde von 1821 |
Der Ausdruck „Vikar“ bezeichnet in der evangelischen Kirche einen examinierten jungen Theologen in der praktischen Ausbildung. In der katholischen Kirche ist der Begriff heute nicht mehr gebräuchlich, war früher aber von großer Bedeutung, nicht zuletzt auch für Pulheim, wo es seit 1505 eine Vikariestelle am St.-Anna-Altar gab. Eine Urkunde von 1821, erhalten im Pfarrarchiv St. Kosmas und Damian in Pulheim, soll uns auf die Spur bringen.

Anstellungsurkunde für Vikar Joann Otten in Pulheim, 27. 5. 1821 Transskription des Urkundentextes:
Unterzeichnete sichern dem Herrn Johann Otten, ihrem vom Hochwürdigen Generalvikariat zu Aachen unter dem 18ten Mai L(aufenden) J(ahres) ernannten Vikar, gemäß der Verordnung erwähnten Hochw. Vikariats, nebst dem vorfindlichen Hause und Garten, einen jährlichen Gehalt von sechshundert Franken zu, wovon ihm vom obigen Datum der Ernennung an vierteljäh- rig ein hundert und fünfzig dergleichen Franken gezahlt werden sollen, wofür derselbe sich wöchentlich zwei heilige Messen, die Eine des Sonntags, die An- dere des Dienstags für den Stifter der Vikarie zu lesen und dem Herrn Pfar- rer im Beichtstuhle Hülfe zu leisten verpflichtet. – Solches ist doppelt ausgefertigt und von dem Herrn Pfarrer, dem Kirchen- rath und dem Herrn Vikar unterzeich- net worden. – Poulheim den 29ten Mai 1821. – gez.: Henr. Jos. Bessem, Pfarrer Joann Otten, Vikar Johan Giesenkirchen Junior Joan Giesenkirchen Peter Muhr Adam Wechsler (??) Anton Wolff Zu Beglaubigung Obiger Unterschriften Der Bürgermeister von Poulheim (Siegel) gez. H. Jungen Das lateinische Wort „vicarius“ bedeutet ursprünglich „Stellvertreter“. Später aber bezeichnete es eine zusätzliche, besondere geistliche Stelle neben dem Pfarrer, die mit einer eigenen Pfründe (beneficium) und eigenem Altar ausgestattet war. Der Vikar, der diese Pfründe zu seiner Versorgung erhielt, mußte dafür bestimmte geistliche Dienste an seinem Altar versehen. Das vereinbarte Honorar von 600 Francs war bescheiden, es entsprach 158 Reichtalern 10 Silbergroschen. Leben konnte ein Vikar davon nur, weil er in der Vikarie (sie stand in der Barbarastraße unweit der Kirche) kostenlos wohnen konnte und im Vikariegarten sich Gemüse u. ä. für den täglichen Bedarf selbst ziehen konnte. In Pulheim hatten Anton Neufeind und seine Frau Katharina 1505 eine Stiftung größerer Ländereien gemacht, aus deren Erlös der Pulheimer Vikar versorgt wurde. Am St.-Anna-Altar, den das Ehepaar gestiftet hatte, mußte er Messen für das Seelenheil der Eltern und Freunde der Stifter lesen.
 Anna Selbdritt in St. Kosmas und Damian
Damals ist wohl auch die Figurengruppe der Anna Selbdritt als Altarbild angeschafft worden, bis heute eine besondere künstlerische und historische Kostbarkeit im alten Teil von St. Kosmas und Damian. Die Farbfassung stammt aus dem 19. Jahrhundert und zeigt z. B. in dem zusätzlichen stilisierten Ornamentschmuck der Gewänder nazarenische Züge, ist aber ansonsten von vorzüglicher Qualität. Sie wurde deshalb bei einer Restaurierung der Figurengruppe (um 1980) erhalten. JW
(9/01/05)
  | Sonntag, 11. September 2005: Tag des offenen Denkmals |
Das Rheinische Amt für Denkmalpflege und der Verein für Geschichte e.V. Pulheim laden Sie ein. Die Zusammenarbeit zwischen dem in Pulheim-Brauweiler ansässigen Rheinischen Amt für Denkmalpflege und dem Pulheimer Verein für Geschichte e.V. macht es möglich: Ein ungewöhnlich reiches Programm wartet am Tag des offenen Denkmals auf die Bürger der Stadt und ihrer Umgebung. Schwerpunkt der Veranstaltungen ist die altehrwürdige ehemalige Benediktinerabtei Brauweiler. Zwischen 11.00 und 18.00 Uhr wechseln sich hier Führungen, Besichtigungen und Vorträge ab. Gerade auch Familien mit Kindern sind herzlich eingeladen. Für eine anregende Beschäftigung der Kinder ist gesorgt. Und in den Restaurierungswerkstätten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege gibt es auch für sie Interessantes zu sehen. Parallel zum Tag des offenen Denkmals finden in der Brauweiler Abtei die diesjährigen KunstTage Rhein-Erft statt. Für das Veranstaltungsangebot in Brauweiler ist es eine großartige Bereicherung. Freuen Sie sich auf einen anregenden Tag in Brauweiler mit vielfältigen Eindrücken und Einsichten!
 Besucher im spätbarocken Teil der ehemaligen Benediktinerabtei Brauweiler
Aber auch in Pulheim selbst und im Stadtteil Stommeln wird Interessantes geboten. Ein großer Teil der Veranstaltungen berücksichtigt das diesjährige Schwerpunktthema „Krieg und Frieden“.
DAS VERANSTALTUNGSPROGRAMM
a)Vorträge und Führungen in der Abtei Brauweiler
12 Uhr: Grußwort Eröffnung des Tages des offenen Denkmals im Rheinischen Amt für Denkmalpflege durch den Landeskonservator Prof. Dr. Udo Mainzer Veranstaltungsort: Äbtesaal (s. Beschilderung)
12.15 Uhr: Das Rheinische Amt für Denkmalpflege – Anwalt für 80000 Denkmäler im Rheinland Eine prägnante Einführung in die Aufgaben der Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Rheinland. Vortrag von Dr. Ulrich Stevens, Gebietsreferent im Rheinischen Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland Veranstaltungsort: Äbtesaal (s. Beschilderung)
12.30 bis 16.30 Uhr: Dokumentation und Bauforschung als Aufgaben der Denkmalpflege Lassen Sie sich vor Augen führen, mit welchen Metho¬den Bauforscher der ungeschriebenen Geschichte eines Gebäudes nachspüren. Stündlich Führungen zu Bauforschung, Vermessung und Photogrammetrie durch die Mitarbeiter des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege Treffpunkt: Durchgang Prälatur- zum Marienhof (s. Beschilderung)
13.30 bis 16.30 Uhr: Wertvolles bewahren – die Restaurierungswerkstätten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege Lernen Sie die geduldige Arbeit der Restauratoren des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege und ihre spektakulären Ergebnisse kennen. Stündlich Führungen von Dipl.-Rest. Marc Peez und Dipl.-Rest. Christoph Schaab, Mitarbeiter des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege Treffpunkt: Wirtschaftshof (s. Beschilderung)
14.00 und 16.00 Uhr: Führungen durch die Abtei Brauweiler Leitung: Helene Hoffmann, Rotraud Lühdorff, Peter Schreiner (Verein für Geschichte e.V.) Treffpunkt: Prälaturhof (s. Beschilderung)
14.00 und 16.00 Uhr: Führungen durch den Bereich der ehemaligen Arbeitsanstalt mit zeit¬weiligem Gestapogefängnis, Konzentrations¬lager und DP-Lager Leitung: Hermann Daners (Verein für Geschichte e.V.) Treffpunkt: Prälaturhof (s. Beschilderung)
15 Uhr: Das Wuppertaler Polizeipräsidium – Lernort zur NS-Vergangenheit Lichtbildervortrag von Dr. Klaus-Ludwig Thiel, Gebiets¬¬¬referent im Rheinischen Amt für Denkmal¬-pflege des Landschaftsverbandes Rheinland Veranstaltungsort: Äbtesaal (s. Beschilderung)
16 Uhr: Sichern und Strafen – das Arbeitshaus Benninghausen als westfälisches Pendant zur Abtei Brauweiler Lichtbildervortrag von Dr. Elisabeth Elling-Ruhwinkel, Journalistin und Autorin einer Publikation über das Arbeitshaus Benninghausen Veranstaltungsort: Äbtesaal (s. Beschilderung) 17 Uhr: Die NS-Ordensburg Vogelsang in der Eifel – ein Denkmal unfriedlicher Gesinnung in friedvoller Natur Lichtbildervortrag von Dr. Monika Herzog, Gebietsreferentin im Rheinischen Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland Veranstaltungsort: Äbtesaal (s. Beschilderung)
b) Weitere Veranstaltungen des Vereins für Geschichte e.V. in der Stadt Pulheim
Pulheim-Stommeln, 11.00 Uhr: Ortsgang durch Stommeln: Ehemalige Bunkerstollen und letzte Kampfhandlungen beim Einmarsch der Amerikaner am 3. März 1945 Leitung: Jakob Wego Treffpunkt: vor der Pfarrkirche St. Martinus, Stommeln
Pulheim-Stommeln, 14.00 bis 17.00 Uhr Führungen durch die alte Windmühle (halbstündlich) Leitung: Peter und Paul Krämer Treffpunkt: am Eingang der Mühle, Mühlenweg
Pulheim, 15.00 Uhr Führung durch die kath. Pfarrkirche St. Kosmas und Damian: Leitung: Josef Wißkirchen Treffpunkt: vor der Kirche
(9/01/05)
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