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  | St. Kosmas und Damian in Pulheim anno 1881 |
Die katholische Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in Pulheim hat eine bis zur ersten Jahrtausendwende zurückreichende Geschichte. Der Kirchenbesucher, der das heutige Inventar der Kirche betrachtet (Altäre, Statuen, Gemälde), sucht jedoch vergeblich nach Zeugnissen dieser tausendjährigen Tradition. Mehrfache Um- und Erweiterungsbauten vor allem im 19. und 20. Jahrhundert haben dazu geführt, daß Altes verlorenging, weil der modische Geschmack der Zeit seinen Wert verkannte. In den 1880er Jahren hatten viele die Kirche ganz aufgeben und statt dessen im Bereich Driesch/Marktplatz, wo sich damals auch Pfarrhaus und Pfarrgarten befanden, eine neue Kirche bauen wollen. Andere wollten den historischen Bauplatz und auch den Turm beibehalten, nicht aber Chor und Langhaus. Die Kgl. Regierung hat aus Gründen des Denkmalschutzes dem seine Zustimmung verweigert und auf dem Erhalt des Längsschiffes bestanden. Die älteste, mehr als tausendjährige Bausubstanz konnte dadurch bei dem 1884-86 realisierten Erweiterungsbau vor Abbruchhammer und Spitzhacke bewahrt werden. Wie aber hat die Pulheimer Pfarrkirche vor diesem Erweiterungsbau, der seinerseits in den 1970er Jahren einem modernen Anbau weichen mußte, ausgesehen? Fotos existieren leider nicht, wohl aber großformatige Zeichnungen von Max Trimborn aus dem Jahre 1881.
 Südansicht von St. Kosmas und Damian in Pulheim; Zeichnung Max Trimborn, 1881
Der spätromanische Turm mit Rhombendach und der Obergaden des Langhauses sind bis heute erhalten. Das südliche Seitenschiff wurde jedoch in den 1880er Jahren abgetragen und in Backsteinmauerwerk neu errichtet. Dabei wurde es um einen Meter verbreitert und gleichzeitig erhöht, so daß die Dachschräge sich deutlich abflachte. Der Haupteingang in der Mitte des südlichen Seitenschiffes verschwand bei diesem Umbau. In frühmittelalterlicher Zeit war an die Ostseite ein kleiner romanischer Rechteckchor angebaut. Vermutlich nach 1500 wurde er durch einen deutlich vergrößerten, spätgotischen dreijochigen Chor mit 3/8-Schluß ersetzt. Ähnlich wie der Chor der Alten Kirche in Stommeln wies er ein Mauerwerk aus Tuffstein- und roten Backsteinbändern auf und erhielt dadurch eine belebende Farbigkeit. In den 1880er Jahren wurde der Chor abgetragen, um hier durch einen Erweiterungsbau der deutlich gestiegenen Einwohnerzahl des Ortes Rechnung zu tragen.
 Westansicht des Turms von St. Kosmas und Damian in Pulheim; Zeichnung Max Trimborn, 1881
Der viergeschossige Turm hat im wesentlichen die Zeiten unverändert überdauert. Am Tag des offenen Denkmals 2005 (11. September, 15.00 Uhr) wird Josef Wißkirchen bei einer Führung durch die Kirche u.a. ihre wechselvolle Geschichte näher erläutern. JW
(7/31/05)
  | St. Kosmas und Damian in Pulheim anno 1881 |
Die katholische Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in Pulheim hat eine bis zur ersten Jahrtausendwende zurückreichende Geschichte. Der Kirchenbesucher, der das heutige Inventar der Kirche betrachtet (Altäre, Statuen, Gemälde), sucht jedoch vergeblich nach Zeugnissen dieser tausendjährigen Tradition. Mehrfache Um- und Erweiterungsbauten vor allem im 19. und 20. Jahrhundert haben dazu geführt, daß Altes verlorenging, weil der modische Geschmack der Zeit seinen Wert verkannte. In den 1880er Jahren hatten viele die Kirche ganz aufgeben und statt dessen im Bereich Driesch/Marktplatz, wo sich damals auch Pfarrhaus und Pfarrgarten befanden, eine neue Kirche bauen wollen. Andere wollten den historischen Bauplatz und auch den Turm beibehalten, nicht aber Chor und Langhaus. Die Kgl. Regierung hat aus Gründen des Denkmalschutzes dem seine Zustimmung verweigert und auf dem Erhalt des Längsschiffes bestanden. Die älteste, mehr als tausendjährige Bausubstanz konnte dadurch bei dem 1884-86 realisierten Erweiterungsbau vor Abbruchhammer und Spitzhacke bewahrt werden. Wie aber hat die Pulheimer Pfarrkirche vor diesem Erweiterungsbau, der seinerseits in den 1970er Jahren einem modernen Anbau weichen mußte, ausgesehen? Fotos existieren leider nicht, wohl aber großformatige Zeichnungen von Max Trimborn aus dem Jahre 1881.
 Südansicht von St. Kosmas und Damian in Pulheim; Zeichnung Max Trimborn, 1881
Der spätromanische Turm mit Rhombendach und der Obergaden des Langhauses sind bis heute erhalten. Das südliche Seitenschiff wurde jedoch in den 1880er Jahren abgetragen und in Backsteinmauerwerk neu errichtet. Dabei wurde es um einen Meter verbreitert und gleichzeitig erhöht, so daß die Dachschräge sich deutlich abflachte. Der Haupteingang in der Mitte des südlichen Seitenschiffes verschwand bei diesem Umbau. In frühmittelalterlicher Zeit war an die Ostseite ein kleiner romanischer Rechteckchor angebaut. Vermutlich nach 1500 wurde er durch einen deutlich vergrößerten, spätgotischen dreijochigen Chor mit 3/8-Schluß ersetzt. Ähnlich wie der Chor der Alten Kirche in Stommeln wies er ein Mauerwerk aus Tuffstein- und roten Backsteinbändern auf und erhielt dadurch eine belebende Farbigkeit. In den 1880er Jahren wurde der Chor abgetragen, um hier durch einen Erweiterungsbau der deutlich gestiegenen Einwohnerzahl des Ortes Rechnung zu tragen.
 Westansicht des Turms von St. Kosmas und Damian in Pulheim; Zeichnung Max Trimborn, 1881
Der viergeschossige Turm hat im wesentlichen die Zeiten unverändert überdauert. Am Tag des offenen Denkmals 2005 (11. September, 15.00 Uhr) wird Josef Wißkirchen bei einer Führung durch die Kirche u.a. ihre wechselvolle Geschichte näher erläutern. JW
(7/01/05)
  | Sonderveröffentlichung zum Weltjugendtag 2005 |
Als 26. Sonderveröffentlichung in unserer Schriftenreihe „Pulheimer Beiträge zur Geschichte“ erscheint im J. P. BachemVerlag aus Anlaß des Weltjugendtages 2005 im Rhein-Erft-Kreis: Frank Kretzschmar Kirchen und Andachtsstätten im Rhein-Erft-Kreis Mit Fotografien von Ute Prang Großformat (22,4x28 cm), 176 Seiten mit 296 farbigen Abbildungen ISBN 3-7616-1944-8 Ladenpreis: 16,95 EUR
Das Buch entstand in Kooperation mit dem Rhein-Erft-Kreis. Unser Verein zeichnet als Herausgeber. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über den J. P. Bachem Verlag in Köln bzw. über den Buchhandel. Das Buch kann also nicht über unsere Geschäftsstelle bezogen werden. Den Mitgliedern des VfG Pulheim geht ein Subskriptionsangebot zu (15,00 EUR).

Zum Inhalt des Buches: Gotteshäuser, Kirchen und Kapellen aus Mittelalter und Neuzeit prägen in großer Zahl den Rhein-Erft-Kreis. Kunstvolle, aber auch bescheidene Architekturen bestimmen den Mittelpunkt der alten Dörfer und der modernen Siedlungen. Nicht selten sind sie gleichzeitig Landmarken in den Ebenen des Kreisgebietes. Mit ihren oft reichen künstlerischen Ausstattungen haben sich vielfältige Zeugnisse alter Traditionen erhalten.
Diese Sakralbauten christlichen Glaubens wurden inzwischen auch zu vielbesuchten Ausflugszielen und zu Geheimtips der Besucher. Neues Zentrum ist die zum Weltjugendtag vom Papst geweihte Andachtsstelle des Marienfeldes zwischen Frechen und Kerpen. Erstmals wird in diesem Buch der Werdegang vom Tagebau zum Altar der katholischen Großveran¬staltung des Jahres 2005 vorgestellt.
Zum Autor des Buches: Dr. Frank Kretzschmar, geboren 1947, ist Kunsthistoriker und seit 1980 als Gebietsreferent Konservator des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege in Brauweiler. Er hat zahlreiche Aufsätze und Bücher publiziert. Den Mitgliedern des Vereins für Geschichte e.V. ist er als Verfasser von Aufsätzen in den Jahrbüchern „Pulheimer Beiträge zur Geschichte“ und als Leiter von Studienfahrten bekannt.
Lichtbildervortrag zur Buchvorstellung Mit einem öffentlichen Lichtbildervortrag stellt Dr. Frank Kretzschmar seine neue Veröffentlichung vor:
Kirchen und Andachtsstätten im Rhein-Erft-Kreis Termin: Dienstag, 5. Juli 2005, 20.00 Uhr Ort: Abtei Brauweiler (Gierdensaal )
Der Eintritt ist frei. Für Vereinsmitglieder besteht die Möglichkeit, das Buch zum Subskriptionspreis von 15,00 EUR zu erwerben.
Lassen Sie sich die Gelegenheit, das Buch vom Autor signieren zu lassen, nicht entgehen!
(7/01/05)
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