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April 2009

Lichtbildervortrag über Konrad und Gussie Adenauers Gestapohaft 1944

In Zusammenarbeit mit dem Verein für Geschichte veranstaltet die Pfarrgemeinde St. Martinus in Stommeln einen Lichtbildervortrag zu einem zeithistorischen Thema:



Josef Wißkirchen
Gestapohaft in Brauweiler:
Konrad Adenauer und seine Frau Gussie









Der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer war zusammen mit seiner Frau Gussie der bekannteste Häftling der Gestapo in der ehemaligen Arbeitsanstalt Brauweiler. Er selbst wurde ver¬gleichsweise „korrekt“ behandelt, aber er wurde Zeuge schlimmster Misshandlungen anderer Häftlinge im Brauweiler „Zellenbau“. 1933 hatten die Nationalsozialisten Konrad Adenauer aus seinem Amt als Kölner Oberbürgermeister gejagt, und obwohl er sich nach Rhöndorf zurückzog, behielten die Nazis ihn als überzeugten Gegner des Regimes nicht aus den Augen. Wiederholt war sein Leben gefährdet, zeitweise musste er sich von seiner Familie trennen, die mit ihm von 1933 bis 1945 schwere Jahre durchlitt.



Gestapogefängnis im Brauweiler Zellenbau


Der Vortrag gewährt neue Einblicke in das Leben Konrad Adenauers vor seiner Kanzlerschaft und macht zugleich die Rolle Brauweilers im weitverzeigten Unterdrückungsapparat der Nationalsozialisten deutlich. Am persönlichen Schicksal Konrad und Gussie Adenauers lassen sich die Mechanismen und Auswirkungen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ablesen.



Zeit: Mittwoch, 22. April 2009, 20.00 Uhr
Ort: Martinussaal im Gemeindezentrum der Kath. Kirchengemeinde St. Martinus, Venloer Str. 546, Pulheim-Stommeln (Haus Schauff)

JW



(4/09/09)

„KörperFragmente“: Sonderausstellung in der Gedenkstätte Brauweiler

„In mir entsteht immer ein Gefühl des Unfassbaren, wenn ich mich mit dem ‚Dritten Reich’ beschäftige. Ich kann nie wirklich glauben, dass Menschen zu solch schlimmen Taten … fähig waren.“ So schreibt die Oberstufenschülerin Alexandra Adamek in dem Katalog zur Ausstellung „KörperFragmente“ in der Gedenkstätte Brauweiler. Gezeigt werden Arbeiten aus dem Leistungskurs Kunst 12 am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Pulheim.
Dem Projekt war ein Besuch der Schüler mit ihrem Lehrer Friedrich Dörffler in den Räumen der Gedenkstätte vorausgegangen. Konfrontiert mit den Schicksalen der hier einst Inhaftierten, entstand der Plan zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der ehemaligen Arbeitsanstalt Brauweiler und dem Schicksal der Verfolgten.



Alexandra Adamek: „Unfassbar“


Das beim Besuch in Brauweiler Gehörte und Gesehene erschien Alexandra Adamek unfassbar, und sie setzte diese Erfahrung wörtlich ins Bild: zwei Hände, die sich öffnen, sich berühren und fassen möchten, aber nicht können, weil sie gefesselt sind an Ziegelsteine – genau so wie die weiblichen Häftlinge in dem aus Ziegelstein gemauerten ehemaligen „Frauenhaus“.



Elena Dalka: “My Life is a Memory”, Tonmaquette


Elena Dalka nennt ihr Werk „My Life is a Memory“ und spielt an auf das Schicksal der Inhaftierten, denen die Teilhabe am Leben verwehrt war, deren Leben durch äußeren Zwang reduziert war auf die Bilder der Erinnerung an Vergangenes. Das anrührende, schutzbedürftige faustgroße Tonmodell eines Männerköpfchens, das sie auf einem Foto im Ausstellungskatalog behütend in ihrer Hand hält, hat leere Augenhöhlen. Es ist Abbild einer verkümmerten Seele, der die sehende und mitfühlende Teilhabe am gemeinsamen Leben um sie herum verwehr ist, der nur noch die schmerzhafte Erinnerung an das verlorene Leben bleibt.



Elena Dalka: “My Life is a Memory”


Neben der kleinen Tonmaquette steht der danach gearbeitete lebensgroße Kopf eines Mannes mit ausgestochenen Augenhöhlen, aus denen Tränen aus Kunstblut fließen. Im Katalog schreibt Elena Dalka: „Ein Teil des Gehirns ist zu sehen, in dem mit Draht Fotos befestigt sind, welche die Erinnerungen an das alte Leben darstellen sollen.“
Bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, dem 15. März 2009, im vollbesetzten Kaisersaal der Abtei Brauweiler bekannte der Kulturdezernent der Stadt Pulheim, Florian Herpel, in seiner Rede, ihn habe die Ernsthaftigkeit tief beeindruckt, mit der die Schülerinnen und Schüler sich der Thematik des in Brauweiler geschehenen nationalsozialistischen Unrechts zugewandt hätten. Damit beschreibt er zugleich die Intention, die der Landschaftsverband Rheinland mit der im November 2008 eingerichteten Gedenkstätte verfolgt: Sie ist als außerschulischer Lernort konzipiert, der durch die Authentizität der Räume und die darin gezeigte Dauerausstellung eine emotionale Wirkung anstrebt, die zu einer personalen Auseinandersetzung herausfordert. Die gezeigten Objekte des Pulheimer Leistungskurses sind künstlerische Manifestationen einer solchen intensiven Auseinandersetzung.
Bei den über 200 Besuchern, die sich am Eröffnungstag in der Gedenkstätte drängelten, stieß die Ausstellung auf eine positive Resonanz.



Die nächsten Öffnungszeiten der Ausstellung:


Samstag, 4. April 2009, 15.00 bis 17.00 Uhr
Dienstag, 7. April 2009, 16.00 bis 18.00 Uhr
Samstag, 11. April 2009, 15.00 bis 17.00 Uhr



Der Ausstellungskatalog „KörperFragmente“ ist zum Preis von 3,00 € in der Gedenkstätte erhältlich.


Zugang zur Gedenkstätte im Keller des LVR-Bürohauses in Pulheim-Brauweiler, Ehrenfriedstraße 19, vom LVR-Parkplatz aus (links von der Abteikirche, am Rande des Abteiparks)


Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Ehrenfriedstraße 19
50259 Pulheim
Tel. 02234/9854-302
E-Mail: gedenkstaette-brauweiler@lvr.de


JW

(4/03/09)

NEUERSCHEINUNG ZUR ABTEI BRAUWEILER

2001 erschien Peter Schreiners umfassende Geschichte der Abtei Brauweiler in erster Auflage, die bereits seit längerem vergriffen ist. Nun liegt das Buch in einer erweiterten Neuauflage wieder vor:



Peter Schreiner

Die Geschichte der Abtei Brauweiler bei Köln
1024-1802

Ergänzte Neuauflage


Exkurs:
Benediktinisches Leben heute
von Franziskus Berzdorf OSB
Kohlezeichnungen, Kreidezeichnungen und Holzschnitte
von Heinz Binsfeld


519 S., 498 Abb., davon 180 in Farbe; 6 Karten
ISBN 978-3-927765-46-7; 11,00 €


Die Darstellung wurde um einen Beitrag zu den ehemaligen Gärten der Abtei Brauweiler erweitert.
Das Buch informiert umfassend über die Geschichte einer bedeutenden Benediktinerabtei im Rheinland. Zahlreiche, hochwertige Abbildungen machen die Darstellung besonders anschaulich. Die Abtei Brauweiler, die sich in den letzten Jahren zu einem rheinischen Kulturzentrum mit gesamtdeutscher Ausstrahlung entwickelt, besitzt damit wieder eine angemessene Darstellung seiner reichen Geschichte vom 11. Jahrhundert an bis zu ihrer Säkularisierung im Jahre 1802.
Finanzielle Unterstützung durch die NRW-Stiftung Natur – Heimat – Kultur und durch die Kreissparkasse Köln ermöglichen es dem Verein für Geschichte, das Buch zu dem ungewöhnlich günstigen Preis von 11,00 € anzubieten.

(4/03/09)




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