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April 2007

Neuerscheinung zur Geschichte der Evangelischen Gemeinde Weiden

Am Sonntag, dem 29. April 2007, wird nach einem großen Festgottesdienst (11.00 Uhr) um 12.15 Uhr im Jochen-Klepper-Haus in Köln-Weiden, Aachener Str. 1208, die jüngste Sonderveröffentlichung des Vereins für Geschichte e.V. vorgestellt:


AUFBRUCH IM WESTEN
Hundert Jahre evangelischer Gottesdienst in Weiden
1907–2007

Hrsg. von Peter Crohn, Hannelore. Mäueler, Rolf Lenhartz
28. Sonderveröffentlichung des Vereins für Geschichte e.V.
Pulheim 2007, 224 S. – ISBN 978-3-927765-41-2


Ab Montag, dem 30. April 2007, ist das Buch im Buchhandel erhältlich oder kann auch bei unserer Geschäftsstelle (14,80 EUR, zzgl. Versandkosten) bestellt werden (Verein für Geschichte, Adamistraße 9, 50259 Pulheim-Brauweiler). Im Ordner „Buchbestellung“ finden Sie einen entsprechenden Bestellschein.



Neuerscheinung April 2007


Die große Evangelische Gemeinde Weiden umfasst Stadtteile von Köln (Weiden, Lövenich, Junkersdorf, Widdersdorf), Frechen (Königsdorf) und Pulheim (Brauweiler, Dansweiler, Freimersdorf, Geyen, Sinthern, Manstedten). Ein wichtiger, bisher vernachlässigter Teil der Kultur- und Religionsgeschichte unserer Region wird hier zum ersten Mal umfassend beleuchtet.



JW



(4/24/07)

Walter Volmer über „Edelweißpiraten“

In einer Veranstaltung des Vereins für Geschichte e.V. hielt Walter Volmer, ehemaliger Leiter der Kölner Kriminalpolizei, am 18. April 2007 in Brauweiler einen Vortrag zum Thema:




„Kölner Edelweißpiraten in Brauweiler.
Kritische Durchsicht der Erinnerungsliteratur“


Der Vortrag wurde von ca. 150 Personen besucht und fand in der Kölner Presse ein lebhaftes Echo. Zu Ihrer Information stellen wir im Folgenden einige der Kernaussagen des Referenten zusammen.


Walter Volmer stützte sich in seinen Ausführungen über die Edelweißpiraten und die sogenannte Steinbrück-Gruppe auf jüngste historische Forschungen, auf Gestapo- und kriminalpolizeiliche Akten, auf staatsanwaltliche Ermittlungen aus den 1960er Jahren sowie auf die Aussagen von Zeitzeugen, insbesondere von einem überlebenden, im Gestapogefängnis Brauweiler zeitweise inhaftierten Edelweißpiraten.
In Übereinstimmung mit der Ausstellung „Von Navajos und Edelweißpiraten“ im NS-Dokumentationszentrum Köln (2004) unterschied Volmer deutlich zwischen „Edelweißpiraten“ und „Steinbrück-Gruppe“. Auch die jugendlichen Mitglieder der Steinbrück-Gruppe, u. a. Bartholomäus Schink“, waren zu dieser Zeit keine Edelweißpiraten.
Volmer drückte seinen Respekt vor den Jugendlichen aus, die in der Zeit des Nationalsozialismus nicht mitgemacht haben, er wehrte sich aber gegen die Überhöhung einiger von ihnen als „Widerstandskämpfer“.
Neue Forschungsergebnisse stelle er vor zu folgenden Personen:



Bartholomäus Schink
, *25.11.1927, wurde am 10. November 1944 mit 12 anderen Mitgliedern der Steinbrück-Gruppe in Köln-Ehrenfeld öffentlich gehenkt. Kurzzeitig ging er im Juni/August 1944 einige Male zu den Treffen einer „Edelweiß-Gruppe“ im „Ehrenfelder Loch“. Dann wurde ihm das aber zu langweilig, und er schloss sich nach dem 4.9.1944 der Steinbrück-Gruppe an, bei der er bis zu seiner Festnahme am 3.10.1944 Handlangerdienste leistete. Er wurde als Mitglied der Steinbrück-Gruppe erhängt, und nicht, weil er Edelweißpirat war.


Fritz Theilen,
*27.9.1927, wurde bereits im August 1944 festgenommen, so dass er die Aktivitäten der Steinbrück-Gruppe in ihrer Hauptphase nicht verfolgen konnte. Er berichtet aber – ähnlich wie andere –, dass „Edelweißpiraten“ am 20.4.1944 auf Vorschlag von Bartholomäus Schink mit Hemmschuhen einen Militärzug in Köln-Ehrenfeld als „Geschenk für den Führer“ hätten entgleisen lassen.
Bernd-A. Rusinek hat in seinem Buch „Gesellschaft in der Katastrophe“ (S. 182ff.) zahlreiche Hinweise dafür gefunden, dass dieser Anschlag wahrscheinlich nicht stattgefunden hat. Volmer legte Kopien aus einem Polizeibericht über den Luftangriff vom 21.4.1944 vor, der sehr genau jeden Schaden des Angriffs aufführt; ein entgleister oder beschädigter Zug ist jedoch nicht darunter. Die „Widerstandshandlung“ einer herbeigeführten Zugentgleisung hat also nicht stattgefunden.


Gertrud Koch geb. Kühlem, gen. „Mucki“,
schildert in ihrem Buch „Edelweiß – Meine Jugend als Widerstandskämpferin“ zahlreiche Begebenheiten, die sie so nicht in Erinnerung haben kann oder die frei erfunden sind. So berichtet sie von mehreren Festnahmen, schließlich habe sie 9 Monate in Brauweiler in Gestapohaft gesessen und sei von dem Gestapobeamten Hoegen brutal gefoltert worden. An Hand verschiedener Quellen wies Volmer nach, dass Frau Koch in der fraglichen Zeit nur einmal – am 4.12.1942 – festgenommen wurde und bis zum 23.12.1942, 13.00 Uhr, in Brauweiler eingesessen hat. Ein überlebender Mithäftling in Brauweiler bezeugt, dass sie alle nicht von der Gestapo gefoltert worden sind. Außerdem war der von Frau Koch benannte Folterer Hoegen in der besagten Zeitspanne nicht bei der Gestapo Köln und erst recht nicht in Brauweiler. Von der Gestapo wird ihr anschließend lediglich vorgeworfen, sie habe sich „bündisch“ betätigt, d.h. sie sei auf Fahrt gegangen und habe „bündische“ Lieder gesungen. Andere Festgenommene wurden dagegen wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ angeklagt und verurteilt.


Jean Jülich, *18.4.1929, behauptet, eine enge Beziehung zur Steinbrück-Gruppe gehabt zu haben, ohne allerdings mit ihr Straftaten verübt zu haben. Tatsächlich bestand dieser Kontakt nur in wenigen Besuche bei Hans Steinbrück. Trotzdem stellt er in seinem Buch „Kohldampf, Knast und Kamelle“ es so dar, dass er 1984 stellvertretend für die Toten der Steinbrück-Gruppe von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern geehrt worden sei.
Aus den Anträgen von Peter Finkelgrün sowie aus der Begründung und Urkunde von Yad Vashem ergibt sich aber, dass Jülich in Wahrheit für seine angebliche Beteiligung an der Errettung von Juden unter eigener Lebensgefahr geehrt wurde. In der Verleihungsurkunde heißt es:



Jean Jülich (hat)
unter Einsatz seines Lebens
in der Zeit des Holocaust in Europa
verfolgte Juden
gerettet.


Diese offizielle Begründung für seine Auszeichnung entspricht nachweislich nicht den Tatsachen.



(4/20/07)

Lichtbildervortrag: Kölner 'Edelweißpiraten' in Brauweiler

Kritische Durchsicht der Erinnerungsliteratur


Der Vortrag will eine Diskussion anstoßen, die überfällig ist. Im Gestapo-Gefängnis Brauweiler haben zahlreiche Menschen eingesessen, die als tatsächliche oder vermeintliche „Edelweißpiraten“ festgenommen, z. T. gefoltert und ermordet wurden.
Der 16-jährige Barholomäus Schink ist der bekannteste unter ihnen. Nicht in der wissenschaftlichen Literatur, aber in den Massenmedien wird er hochstilisiert zum führenden jugendlichen Widerstandskämpfer in Köln.

Die Glorifizierung der Kölner Edelweißpiraten begann mit dem 1981 im Pahl-Rugenstein-Verlag erschienenen Taschenbuch von Matthias von Hellfeld „Edelweißpiraten in Köln. Jugendrebellion gegen das 3. Reich“.

Unbeeindruckt von den Forschungsergebnissen des Historikers Bernd-A. Rusinek („Gesellschaft in der Katastrophe“, 1989), erschienen Erinnerungsbücher von Fritz Theilen (1984 und 2003), Jean Jülich (2003) und Gertrud Koch (2006), die der glorifizierenden Legendenbildung weitere Aspekte hinzufügten. Das Jugendbuch „Er war sechzehn, als man ihn hängte“ von Alexander Goeb nahm sich des Themas mit ausschmückender dichterischer Freiheit an und wurde dann doch die wesentliche Vorlage des Films „Edelweißpiraten“ von Niko von Glasow (2004), der trotzdem „Authentizität“ für sich beansprucht.


Walter Volmer, ehemaliger Leiter der Kölner Kriminalpolizei, wird anhand von Dokumenten und Aussagen von Betroffenen darstellen, inwieweit eine generelle Zuordnung der betreffenden Jugendlichen zu den „Edelweißpiraten“ historisch korrekt bzw. eine genauere Differenzierung notwendig ist. Dabei wird er insbesondere die genannten Veröffentlichungen kriminalistisch und historisch überprüfen. Vielleicht ist es danach möglich, eine sachliche Diskussion über die teilweise legendenhaften Darstellungen der „Edelweißpiraten“ zu führen.


Termin: Mittwoch, 18. April 2007, 20.00 Uhr
Referent: Walter Volmer (ehem. Leiter der Kölner Kriminalpolizei)
Ort: Kaisersaal der Abtei Brauweiler, Ehrenfriedstr., Pulheim-Brauweiler
(Eintritt frei)

(4/10/07)

Frohe Ostergrüße

Bunte Gruß- und Glückwunschkarten waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts äußerst beliebt. Ostern war ein Festtag, zu dem die Briefträger sie massenhaft zu ihren Empfängerinnen und Empfängern brachten. Mancher junge Mann bedachte so seine „Angebetete“ oder Freundin mit einem Gruß.


Vor allem die jungen Empfängerinnen sammelten sie in speziellen Einsteckalben, und beim Blättern in der stetig wachsenden Sammlung wurde das meist enge Leben des Alltags geweitet durch die angeregte Kraft der Fantasie.


Der Verein für Geschichte sammelt seit einiger Zeit solche Gruß- und Glückwunschkarten; im Archiv befinden sich inzwischen einige hundert digitale Datensätze. Daraus haben wir einige Exemplare aus den Jahren 1907 bis 1909 für Sie herausgesucht, um Sie zum Schmunzeln zu bringen und Ihnen auf diese Weise fröhliche und gesegnete Ostern zu wünschen.

















JW


(4/05/07)




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