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  | Historisches Jahrbuch 2008 erschienen |
Pünktlich zum Jahresende legt der Verein für Geschichte e.V. sein neues historisches Jahrbuch vor: „Pulheimer Beiträge zur Geschichte, Band 33“ (ISBN 978-3-927765-45-0, Preis 15,00 €). Es kann über den Buchhandel oder über unsere Geschäftsstelle bezogen werden; ein entsprechendes Bestellformular finden Sie auf dieser Homepage im Ordner BUCHBESTELLUNG.
 Pulheimer Beiträge zur Geschichte 33/2008
Der Buchtitel zeigt den Altbau der Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in Pulheim. Ein Beitrag ist der Baugeschichte dieser Kirche gewidmet, deren Ursprung, eine kleine Saalkirche aus der Zeit um 1000, in einer 3D-Rekonstruktion von Kay-R. Lippmann, Köln, abgebildet ist.
 Ursprung der Pulheimer Pfarrkirche aus der Zeit um 1000; 3D-Rekonstruktion von Kay-R. Lippmann, Köln
INHALT
Lothar Giels Ein vorgeschichtlicher Hausgrundriss von Pulheim-Freimersdorf. Die Jungsteinzeit in der Stadt Pulheim (S. 7)
Heinz Erich Stiene Magier, Weise, Könige, Bischöfe. Das Bild der Heiligen Drei Könige seit der altchristlichen Zeit und die Darstellung der Dreikönigenlegende auf den Chorschranken des Kölner Domes (S.19)
Udo Mainzer Brauweiler und die „benediktinische“ Turmfamilie im Rheinland S. 57)
Josef Wißkirchen Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in Pulheim: ältere Baugeschichte und Holzskulptur der Anna Selbdritt (S. 71)
Winfried Becher „Maikäfer flieg...“ – Die Verlierer des Dreißigjährigen Krieges. Versuch einer Dokumentation zum Denken und Fühlen der damaligen Unterschicht (S. 110)
Joseph Sander St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Königsdorf 1683 e. V. Neue Forschungsergebnisse zum 325-jährigen Jubiläum S. 135)
Peter Schreiner „Hab all die Jahre treu gewacht, Euch Wind und Regen angesagt...“ Die Geschichte des Turmhahns der Abteikirche in Brauweiler (S. 165)
Uwe Griep Aprikosen, Pfirsiche und kräftige Weinstöcke. Das ehemalige Rougemont-Sonorésche Landhaus in Weiden bei Köln (S. 189)
Peter Schreiner 7. August 1898: Wirbelsturm über Köln. Alte Ansichtskarten als historische Bilddokumente (S. 209)
Egon Heeg Die „Von Blankenfelde Brikettfabrik Frechen G.m.b.H.“ oder: Die verdrängte Gründungsgeschichte der Wachtbergbetriebe (S. 225)
Hans Hesse/Elke Purpus „Sie waren bereit, für Gesetz und Vaterland zu sterben!“ Gedenken beim Wort genommen: Ergebnisse einer Recherche (S. 234)
Paul Demel Die „Brauweiler Windmühle“. Eine neuerliche Bestandsaufnahme (S. 261)
Christopher Wolters „Das unglückliche Pfarrhaus hat seelsorglich außerordentlich geschadet...“ Geschichte des 2. Pfarrhauses in Brauweiler (S. 269)
Wilfried Bedburdick Verkehrsverhältnisse zwischen 1945 und 1955 im heutigen Stadtbereich Pulheim (S. 287)
Fritz Levacher Über 100 Jahre im kirchlichen Dienst. Die Dansweiler Kirchenorgel (S. 319)
Gerhard Helmstaedter Das pfarrliche Leben im Aufbruch: 40 Jahre nach der Einrichtung der Pfarrgemeinderäte (S. 324)
Jürgen Nielsen-Sikora Triptychon des Todes. Maurizio Cattelans Installation für das Kunstprojekt Synagoge Stommeln 2008 (S. 351)
Corinna Beck Der Landschaftsverband Rheinland zeichnet Josef Wißkirchen mit dem Rheinlandtaler aus (S. 359)
Chronik 2007/2008 (S. 363)
(11/22/08)
  | GEDENKSTÄTTE BRAUWEILER eröffnet |
Der Landschaftsverband Rheinland hat am 9. November 2008 im Keller des ehemaligen „Frauenhauses“ eine Dauerausstellung zur Geschichte der Arbeitsanstalt in Pulheim-Brauweiler während der Zeit des Nationalsozialismus eingerichtet.
 Eingang zur Gedenkstätte im Keller des ehemaligen „Frauenhauses“ (heute Bürohaus) Seit 2003 haben Hermann Daners und Josef Wißkirchen, beide Mitglieder des Vereins für Geschichte e.V. in Pulheim, im Auftrage des Landschaftsverbandes Rheinland eine Dauerausstellung erarbeitet, die an die Verbrechen erinnern soll, die in nationalsozialistischer Zeit in der Arbeitsanstalt Brauweiler begangen wurden. Bereits 1933 wurde hier ein „frühes Konzentrationslager“ eingerichtet. 1938 diente der Brauweiler „Zellenbau“ als Sammellager für etwa 600 rheinische Juden vor ihrer Deportation in das Konzentrationslager Dachau. Seit 1942 war die Kölner Gestapo dauernd in der Anstalt präsent. Die schlimmsten Monate waren die von September 1944 bis Februar 1945, als es unter dem in Brauweiler stationierten Gestapokommando Kütter zu schlimmsten Misshandlungen kam. Mitglieder der kommunistischen Kölner Widerstandsorganisation „Volksfrontkomitee Freies Deutschland“ waren seine Opfer, ebenso zahlreiche Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Polen, der Ukraine und Russland, von denen keiner überlebte. Auch die beiden öffentlichen Massenerhängungen im Oktober und November 1944 in Köln-Ehrenfeld gehen auf das Konto des Brauweiler Gestapokommandos; zu den Opfern gehörten auch sechs Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren, unter ihnen Bartholomäus Schink. In einem Festakt im Kaisersaal der Abtei Brauweiler wurde die Gedenkstätte eröffnet. In seinem Festvortrag wies Hermann Daners darauf hin, dass er nicht zuletzt darauf hoffe, dass die Schulen der Region die Gedenkstätte nutzen: „Wir meinen, dass regionale Gedenkstätten außerschulische Lernorte darstellen, von denen eine hohe Motivation ausgeht, und dass die konkrete Situation in der Heimatregion eher und besser eine Vorstellung vom Wesen des Nationalsozialismus vermittelt und eher eine persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik bewirkt als ein an allgemeinen Zusammenhängen orientierter Unterricht ausschließlich nach Schulbuch.“ Die zahlreichen Besucher der Gedenkstätte am Eröffnungstag zeigten sich tief beeindruckt.
 Eine der beiden Arrestzellen in der Gedenkstätte mit einem Foto von Gussie Adenauer, die zusammen mit ihrem Mann Konrad Adenauer in Brauweiler Gestapohaft war Öffentliche Führungen in der GEDENKSTÄTTE BRAUWEILER Die Gedenkstätte im LVR-Bürohaus (Eingang vom LVR-Parkplatz aus) ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich. Der Besuch ist kostenlos. Anfragen für private Führungen (Schulklassen, Vereine, Freundeskreise) sind zu richten an: LVR-Archivberatung und Fortbildungszentrum Ehrenfriedstraße 19 50259 Pulheim E-Mail: Gedenkstaette-Brauweiler.de Tel.: 0 22 34 / 98 52 – 302
Für die Allgemeinheit bieten Hermann Daners und Josef Wißkirchen folgende Termine an, zu denen eine Anmeldung nicht erforderlich ist (jeweils 14.30 – 16.30 Uhr):
- Samstag, 15.11.2008 (Wißkirchen)
- Samstag, 22.11.2008 (Daners)
- Samstag, 29.11.2008 (Wißkirchen)
- Samstag, 06.12.2008 (Daners)
- Samstag, 13.12.2008 (Wißkirchen)
Weiterführende Informationen In der Gedenkstätte wird ein Buch der beiden Ausstellungsinitiatoren angeboten:

Hermann Daners, Josef Wißkirchen Was in Brauweiler geschah Die NS-Zeit und ihre Folgen in der Rheinischen Provinzial-Arbeitsanstalt ISBN 978-3-927765-39-9, 9,80 €
Das Buch korrespondiert inhaltlich mit der Dauerausstellung, ist aber mehr als nur ein Katalog: es erweitert und vertieft deren Inhalte.
JW
(11/12/08)
  | Personal der Arbeitsanstalt Brauweiler 1927 |
Die in den Gebäuden und auf dem Gelände der ehemaligen Benediktinerabtei Brauweiler im 19. Jahrhundert eingerichtete Arbeitsanstalt gehörte zu den größten in Deutschland. Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, sollte hier an regelmäßige Arbeit gewöhnt und durch berufliche Qualifizierung auf die Rückkehr in ein bürgerliches Leben vorbereitet werden. 1927 erhielt die Anstalt mit Ernst Scheidges einen neuen Direktor, und das war wohl der Anlass, dass sich die Beamten und Angestellten zusammen mit dem neuen Direktor im Marienhof zu zwei Erinnerungsfotos gruppierten. Sechs Jahre später, nach der „Machtergreifung“ Hitlers, änderte die Anstalt ihren Charakter völlig. Direktor Scheidges wurde bereits 1933 unter falschen Anschuldigen aus dem Amt entfernt, neue Aufseher sorgten für einen immer militärischer werdenden Kommandoton, ein frühes Konzentrationslager wurde 1933/34 im „Zellenbau“ und im „Bewahrungshaus“ eingerichtet. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurden etwa 600 Juden hier kurzfristig gesammelt und dann ins KZ deportiert. Seit 1942 und endgültig seit 1944, als es in Brauweiler Sonderkommandos der Kölner Gestapo gab, wandelte sich die Arbeitsanstalt in eine Einrichtung nationalsozialistischen Terrors, in der er zu schwersten Verbrechen kam. Seit dem 9. November 2008 erinnert eine Gedenkstätte im Keller des ehemaligen „Frauenhauses“ an diese Jahre.
 Beamte und Angestellte der Arbeitsanstalt Brauweiler 1927
Die abgebildeten Fotos liegen vor dieser unseligen Zeit. Noch gibt es in Brauweiler Menschen, die die abgebildeten Personen erkennen. Daraus ist die folgende Zusammenstellung der Namen entstanden.

1 FUNK Willi, Hauptwachtmeister 2 CONRAD 3 IRSCH Adam, Anstalts-Obersekretär 4 FRANK Peter, Verwaltungsgehilfe 5 HARTMANN Alfred, Technischer Inspektor 6 BÜNNAGEL Josef 7 DILLMANN Anton, Obersekretär 8 STRAUSS Josef, Verwaltungsgehilfe 9 PFEIL Franz, Anstaltssekretär 10 CLASEN Wilhelm, Hauptwachtmeister 11 USINGER Gottfried, Anstaltssekretär 12 HIRTEN Matthias, Anstaltssekretär 13 FINKE Fritz, Oberinspektor 14 KLÄGER Hans, Rentmeister 15 KIRSCHIEBEN Paul, stellvertretender Direktor 16 Dr. KRALEWSKI Hubert, ev. Oberpfarrer 17 EICHEL 18 SCHEIDGES Ernst, Direktor 19 RANDERATH Peter, kath. Pfarrer 20 ROBENS Matthias, Anstaltssekretär 21 VAN DE LOO Jakob, ev. Anstaltspfarrer 22 HORSCH Franz, Anstaltssekretär 23 LOHSCHEIDER Nikolaus, Anstaltssekretär 24 METZMACHER Christian, Anstalts-Obersekretär 25 RENDER Maria, Anstaltslehrerin 26 NEUGEBAUER 27 Dr. TILLISS, Armin, Oberarzt 28 Dr. ROSSIÉ Frieda, Leiterin der Frauenabteilung
 Aufsichtsbeamte der Arbeitsanstalt Brauweiler 1927

1 BEHNKE Otto, Hauptwachtmeister 2 JOOSTEN Johann, Hauptwachtmeister 3 BECKER Christian, Hauptwachtmeister 4 REIFF Peter, Hauptwachtmeister 5 KLEIN Theodor, Hauptwachtmeister 6 DEBOCK Josef, Hauptwachtmeister 7 WIRTZ Peter, Hauptwachtmeister 8 KLAMETH Josef, Hauptwachtmeister 9 SCHIEFFER Nikolaus, Hauptwachtmeister 10 VOGT Johann, Hauptwachtmeister 11 VOGT Matthias, Hauptwachtmeister 12 BUSCH Friedrich, Hauptwachtmeister 13 KÜPPER Karl, Hauptwachtmeister 14 REPGES Rudolf, Hauptwachtmeister 15 JUSSEN Wilhelm, Hauptwachtmeister
JW
(11/02/08)
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