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Januar 2008

Frühe Romanik in Köln-Lindenthal: Besuch des „Krieler Dömchens“

Mit einer interessanten kunsthistorischen Führung startet der Verein für Geschichte in Zusammenarbeit mit der VHS Rhein-Erft sein Veranstaltungsjahr 2008. Ziel ist die einstige Pfarrkirche St. Stephan in Köln-Lindenthal (am Ende der Zülpicher Straße), von den Kölnern liebevoll „Krieler Dömchen“ genannt. Die ursprünglich einschiffige kleine Saalkirche wurde bis zum 13. Jahrhundert in drei Bauabschnitten um den Rechteckchor und ein Seitenschiff an der Nordseite erweitert.


Termin der Führung:
Samstag, 9. Februar 2008, 10.30 Uhr
Besuch des Krieler Dömchens

Leitung: Dr. Martina Langel
Treffpunkt: in der Kirche
Anmeldung: bei der VHS Rhein-Erft (E-Mail: vhs@vhs-rhein-erft.de) oder zu Beginn der Führung vor Ort
Teilnahmegebühr: 7,50 Euro



Krieler Dömchen“



„Krieler Dömchen“, Innenaufnahme


Fast 1100 Jahre Kunstgeschichte spiegeln sich in diesem bis in fränkische Zeit zurückgehenden kunsthistorischen Kleinod wider; weitgehend unverfälscht ist in ihm der Typus der damals entstandenen einschiffigen Landkirchen erhalten, wie er z. B. bis heute an der Geschichte der alten Martinuskirche in Stommeln und am Altteil der Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in Pulheim ablesbar ist. In Köln-Niehl (Alt St. Katharina) findet sich ein ähnliches Beispiel. Auch im Ausgrabungsfeld der ehemaligen Kölner Pfarrkirche St. Kolumba, das man bei einem Besuch des modernen Kolumba-Museums besichtigen kann, entdeckt man die Fundamente dieses fränkischen Kirchentyps, aus dem sich dann in der Kölner Innenstadt die weiträumige Kolumbakirche entwickelt hat, die den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel.



Alt St. Kosmas und Damian in Pulheim, Zustand vor dem Erweiterungsbau von 1885


In den Entstehungsgeschichten dieser frühen Dorfkirchen entdeckt man aufschlussreiche Parallelen. Das Krieler Dömchen ist aus einem Oratorium, einer kleinen Kapelle, hervorgegangen, die zum Hof „Crele“ gehörte, der 1324 (mit der Kirche) an das Stift St. Gereon fiel. Auch die alten Pfarrkirchen in Stommeln und Pulheim sind aus solchen „Eigenkirchen“ hervorgegangen, die zu benachbarten Fronhöfen Kölner Klöster gehörten; in Pulheim war es das Stift St. Georg, in Stommeln das Damenstift St. Cäcilien. In Grevenbroich-Ramrath ist diese Situation von Hof und benachbarter Hofkapelle bis heute erhalten (Ramrather Hof und St. Lambertuskapelle).



St. Lambertuskapelle in Grevenbroich-Ramrath, neben dem Ramrather Hof


Historische Parallelen zwischen dem Krieler Dömchen und den alten Pfarrkirchen in Pulheim und Stommeln entdeckt man auch in der Innenausstattung: in allen drei Kirche findet sich eine Figurengruppe der Anna selbdritt (Anna, Maria und der Jesusknabe) aus der Zeit um 1500, als der Annakult im Rheinland – mit dem Zentrum Düren – seinen Höhepunkt erlebte.



Anna selbdritt von 1480 im „Krieler Dömchen“


Beim Vergleich ergeben sich interessante Unterschiede in der Gestaltung dieses damals sehr populären Motivs: In Stommeln trug Anna (heute in der neuen Pfarrkirche neben dem Marienaltar) ursprünglich auf dem Arm Maria mit dem Kind (um 1500), im Krieler Dömchen sitzen Anna und Maria nebeneinander auf einer Bank und zeigen dem Betrachter das Kind, wobei der Großmutter Anna durch ihre Größe und den Zeigegestus der linken Hand ein herausgehobener Rang beim göttlichen Erlösungswerk zugesprochen wird (1480); in Pulheim ist knapp zwei Jahrzehnte später dieses Bank-Motiv weiterentwickelt worden zu einer lebendigen Familienszene.
Der Besuch des Krieler Dömchens und seines Friedhofs mit alten Grabsteinen aus der Barockzeit führt an einen geschichtsträchtigen Ort, der zugleich dem Besucher aus dem Kölner Umland interessante Parallelen zu seinem eigenen Wohnort erschließt.


JW

(1/22/08)

Frohes neues Jahr 2008!

Liebe Besucherin, lieber Besucher der Homepage des Vereins für Geschichte e.V. Pulheim!
Genau hundert Jahre ist die Neujahrskarte alt, mit der wir Ihnen Glück zum neuen Jahr 2008 wünschen wollen. Am 1. Januar 1908 hat Zilla Fassbender sie an ihre „Poulheimer“ Freundin Traudchen Decker verschickt. Eine Bertha Arens schließt sich auf der Bildseite den Glückwünschen an.




Der vegetative Bildschmuck aus vierblättrigem, Glück verheißendem Kleeblatt und rosaroten Gänseblümchen ist traditionell, der aus den Blumenstengeln entwickelte dynamische Schwung von Linien atmet aber den neuen Geist der Zeit des Jugendstils.


Die Gänseblümchen tragen auch den poetischer klingenden Namen „Maßliebchen“. Und weil die fromme Legende berichtete, dass sie den Tränen Mariens entsprossen seien, als sie mit Josef und dem Jesuskind auf der Flucht vor Herodes nach Ägypten war, nannte man sie auch „Marienblümchen“. Auf diese Weise fanden sie vielfachen Eingang in mittelalterliche Darstellungen aus dem Marienleben. Bis ins 18. Jahrhundert galten sie als Heilmittel gegen Gicht, Verwundungen und verschiedene andere Leiden.


Wenn auch in historischer Verfremdung, unterstützt das Bildmotiv damit unseren Wunsch, dass das neue Jahr für Sie und Ihre Angehörigen ein gutes, gesundes Jahr sein möge.


Hinweisen möchten wir noch auf unser Veranstaltungsprogramm 2008. Auf der Startseite finden Sie einen Link, mit dem Sie es sich als PDF-Datei herunterladen können. Schauen Sie doch einmal rein. Vielleicht finden Sie in dem reichen Angebot an Führungen, Vorträgen, Reisen etc. auch etwas für Sie.


Auch weiterhin hoffen wir auf Ihr Interesse für unsere Arbeit.


Der Vorstand
des Vereins für Geschichte e.V.
Pulheim


JW

(1/01/08)




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