23. Sonderveröffentlichung des Vereins für Geschichte und Heimatkunde e.V., Pulheim 2001
(ISBN 3-927765-31-7), 463 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 17,50 EUR
Kölnische Rundschau, 9.6.2001
Josef Wißkirchen stellt seinen zweiten Band 200 Jahre Geschichte Stommelns" vor
Dorfkultur zwischen Kriegen
Das Werk übertrifft alle Erwartungen, die mit der Bitte von Rat und Verwaltung an Herrn Josef Wißkirchen verbunden waren, die Geschichte Stomrnelns zu erforschen und zu beschreiben." Sehr zu Recht schlägt Bürgermeister Karl August Morisse hohe Töne des Lobes an in seinem Geleitwort zum druckfrisch vorliegenden zweiten Band der 200 Jahre Geschichte Stommelns".
Wenn nun das 464 Seiten starke Buch mit den zahlreichen Abbildungen bislang unveröffentlichter historischer Fotos am Fronleichnamstag, 14. Juni, um 19 Uhr in der Aula der Papst-Johannes-XXIII.-Schule in Stommeln vorgestellt wird, hält der Leser ein umfangreiches Werk in Händen, das sowohl den geschichtlich interessierten Laien fesseln wird wie es dem Geschichtswissenschaftler wesentliche Erkenntnisse liefert über die wechselvolle Geschichte einer dörflich geprägten Kultur.
Mikrokosmos der gesamten Gesellschaft
Akribisches Quellenstudium betrieb Josef Wißkirchen, um der Geschichte des Dorfes, in dem er seit 1965 beheimatet ist, auf die Spur zu kommen, Außer den eigenen Veröffentlichungen des Heimatforschers lagen bisher keine historischen Untersuchungen zur Geschichte des Mühlenortes vor. Der Verfasser, Jahrgang 1939, ist Studiendirektor an einem Gymnasium und zweiter Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Heimatkunde in Pulheim. Bereits den ersten, 1997 erschienenen Band verfasste Josef Wißkirchen mit wissenschaftlichem Anspruch.
Ausgehend von dem Grundgedanken: Die Gesellschaft eines Dorfes ist kein abgeschlossener Kosmos für sich und kann deshalb auch nicht für sich allein beschrieben werden", betrieb der Forscher seine Studien in den Archiven. Wie eine Dorfgesellschaft durchwirkt wurde" von größeren politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen, dieser Frage ging Wißkirchen auch für den zweiten Band nach, der die Zeit von 1914 bis 1945 betrachtet.
Vier wesentliche prägende Säulen der Stommelner Kultur beleuchtet der Verfasser ausführlich: das katholische Milieu, der Sieg der Nationalsozialisten, das Schicksal der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter sowie der Stommelner jüdischen Glaubens. An keiner Stelle aber näherte sich Wißkirchen den Themen mit moralischem Zeigefinger. Er versucht vielmehr zu ergründen, wie es zu den damaligen politischen Fehlentwicklungen im Dorf als Mikrokosmos der gesamten Gesellschaft kommen konnte. Er nennt die Namen der Täter und bildet sie ab, ohne sie aber an den Pranger zu stellen.
Ein großes Kapitel, das im Buch wirkt wie ein ehrendes Gedenken, widmet Wißkirchen dem Schicksal der jüdischen Stommelner am Beispiel der wohl bekanntesten Familie Herz-Jacobsohn. Neben den großen politischen und geschichtlichen Ereignissen behält der Verfasser aber auch ortsspezifische Details im Blick wie das Innenleben der Jungfrauenkongregation, des Kirchenchores, die Rolle des ehemaligen Kriegervereins und des VfR Stommeln.
Die vielen Abbildungen alter Fotodokumente sind geeignet, Leser, die einen Bezug zu Stommeln haben, geradezu magisch in den Band hineinziehen. Nachkommen vieler der erwähnten Familien sind noch heute im Ort ansässig. Ältere Einwohner werden alte Ansichten von Straßen, Plätzen und Gebäuden im Ort wiedererkennen und vielleicht sogar sich selbst oder ihre Vorfahren auf den Fotos entdecken.
Ulrike Weinert
Stommeln-Buch
Zwischen zwei Kriegen
Josef Wißkirchen stellt neuen Band der Ortsgeschichte vor
Ein schweres Eisenbahnunglück forderte gestern Mittag eine Tote und 17 Verletzte. Der zweite Waggon eines Güterzuges, der nach einem kurzen Zwischenstopp vor einem Signal im Bahnhof Stommeln wieder anfuhr, entgleiste, als der Lokführer die Fahrt fortsetzen wollte. Dadurch wurden zwei weitere Waggons mit aus der Spur gerissen. Sie prallten auf einen Personenzug, der in Gegenrichtung unterwegs war. Eine schwere Kupferwalze auf dem letzten Waggon war vermutlich beim Anziehen des Güterzuges ans andere Ende gerollt. Durch die Gewichtsverlagerung müssen sich die beiden Räder gehoben haben. Danach sprangen sie aus der Schienenstrecke.
Über dieses Unglück berichtete vor knapp 74 Jahren, am 31. August 1927, eine Stommelner Zeitung. Die schwer verletzten Patienten waren damals in das Krankenhaus gebracht worden, das in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs stand.
Der Zeitungsbericht über dieses Unglück ist in das Kapitel über das Kloster und Krankenhaus Maria Hilf" im zweiten Band von 200 Jahre Geschichte Stommelns" integriert. Der Autor Josef Wißkirchen (Philologe, 62 Jahre alt und stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Heimatkunde) beschäftigt sich darin mit dem Zeitraum zwischen dem Anfang des Ersten Weltkrieges, 1914, und dem Ende des Zweiten Weltkrieges, 1945.
Stommeln: Das ist mehr als nur ein Ortsname, das ist eine Philosophie. Bis heute haben die Stommelner ihre Eigenart bewahrt. Und das Erstaunlichste ist, der Stommeln-Bazillus" überträgt sich auf neue Generationen und Neubürger. So ging es auch dem Philologen, der sich in vielen Veröffentlichungen mit regionalen und ortsgeschichtlichen Themen beschäftigt hat. Nach vier Jahren erscheint jetzt der zweite Band der Stommelner Ortsgeschichte. Und es lohnt sich, dieses Buch zu kaufen. Es enthält eine Fülle von Details und interessanten Beiträgen über die Entwicklung von Stommeln, das damals etwa 2500 Einwohner (heute 9500) hatte.
Der Lehrer Wißkirchen verrneidet bewusst den erhobenen Zeigerfinger. Er schreckt aber nicht davor zurück, bittere Wahrheiten aufzudecken und auf menschliches Fehlverhalten hinzuweisen. Das vor allem in den Kapiteln über die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges mit der Ermordung jüdischer Bürger aus Stommeln und dem Schicksal der Zwangsarbeiter in Stommeln.
Die Leser erfahren aber auch viel über die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Die Entwicklung der katholischen Pfarrgemeinde ist ebenso aufgezeichnet wie die der Landwirtschaft oder der Arbeit in der Mühle. Auch über die Schulen und die Vereine erfährt der Leser interessante Neuigkeiten, die so bisher kaum bekannt waren.
Das Buch ist zunächst in einer Auflage von 1500 Stück erschienen und kostet 35 Mark. Vorgestellt wird es morgen, Donnerstag, 19 Uhr, zur Eröffnung der Stommelner Woche" in der deutsch-italienischen Gesamtschule.
Horst Krieger
Buchvorstellung 200 Jahre Stommeln
Literatische Einblicke in eine finstere Epoche
Es ist ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung, das seinesgleichen sucht." Gerhard Domseifer fehlten fast die Worte, um 464 Seiten Papier angemessen zu beschreiben.
Das war dem Kulturdezernent auch nicht übelzunehmen, denn er sprach über ein wahres Mammutwerk. 200 Jahre Geschichte Stommelns, Band 2" heißt das Buch, das sein Autor Josef Wißkirchen nun vorstellte. In ihm widmet sich der Geschichtslehrer einer Epoche, die auch in Stomrneln viele schmerzhafte Brandmale hinterlassen hat: die Jahre 1914 bis 1945, die Zeit der Weltkriege, der Weltwirtschaftskrise und der Inflation. Selbst der Freistaat" konnte sich nicht diesen dunklen Jahren entziehen, auch durch Stommeln wehte rauh der braune Wind. Auch Stommelner Juden starben in Auschwitz und sogar im Ort kam es zu rassistischem Terror. So als der junge Pole Jan Zimny wegen angeblicher Liebschaften zu einer Deutschen angezeigt und verhaftet wurde. Zwar konnte er fliehen, doch wurde er nach seiner Ergreifung als Volksschädling" hingerichtet.
Das Buch widmet sich auch ausführlich der Zeit vor Hitler und beleuchtet die Lebensumstände einer vergangenen Generation, fast schon einer anderen Welt. Denn in den letzten achtzig Jahren haben sich die Leitbilder und Werte der Menschen unglaublich verändert", so Wißkirchen.
1925 wurde beispielsweise das erste Kino in Stommeln eröffnet. Statt allgemeiner Begeisterung kam es sogar zu Anfeindungen gegen die Betreiber. Denn vor allem die konservative katholische Kirche sah in dem neuen Medium einen Konkurrenten um ihre Dominanz im weltlichen Leben. Gerade dieser Wandel der Zeiten ist das Faszinierende bei dem Buch, erklärte Wißkirchen. Dass er den Band erst auf Bitten der Stadt Pulheim geschrieben hat, ist längst vergessen. Denn in seinem Werk ist er vollends aufgegangen. Ich habe sogar im Bundesarchiv in Berlin nach Fotos und Dokumenten gesucht."
Das Ergebnis ist ein Buch, das wie kein anderes zuvor die Jahre 1914 bis 1945 in Stommeln mit einer Präzision und Genauigkeit darstellt, dass die Lektüre schon fast zu einer leibhaftigen Zeitreise wird.
(tim)
Ein Dorf in der Zeit zweier Weltkriege
2. Band der Geschichte Stommelns vorgestellt
Kulturdezernent Dr. Gerhard Dornseifer bezeichnet es als Meisterwerk der regionalen Geschichtsschreibung. Der Autor selber verweist darauf, dass sein Werk auch von der Verantwortung der Dorfbewohner gegenüber der Geschichte ihres eigenen Ortes handelt".
Die Rede ist von dem zweiten Band zu 200 Jahre Geschichte Stommelns". Im Rahmen der Stommelner Woche stellte der Autor Josef Wißkirchen sein neues Werk vor. Es behandelt die Zeit von 1914 bis 1945. So wird über den Ersten Weltkrieg, die Zeit der Weimarer Republik, Inflation und Weltwirtschaftskrise, den Nationalsozialismus, die Vertreibung und Ermordung jüdischer Stommelner, den Bombenkrieg, das Schicksal der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter in Stommeln oder den Einmarsch der Amerikaner berichtet.
Doch nicht nur in gesamtpolitischen Zusammenhängen, sondern an den Ereignissen im Dorf macht Wißkirchen Geschichte fest, etwa an der Ermordung eines polnischen Kriegsgefangenen, der für einen Stommelner Betrieb arbeiten musste. Wegen eines Verhältnisses mit einer Stommelnerin spielte sich ein Drama mit für ihn tödlichem Ende ab.
Der 1939 in Bonn geborene Autor lebt seit 1965 in Stommeln und ist Geschichtslehrer am Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich.
(bwo)
Brühler Heimatblätter zur heimatlichen Geschichte, Natur- und Volkskunde für Brühl und Umgebung, Heft 4, Oktober 2001
Das Buch will nicht nur Daten sammeln und handbuchartiges Wissen ausbreiten, es will erzählen vom Leben in Stommeln in den Jahren zwischen 1914 und 1945 und so die Vergangenheit erfahrbar machen" lautet das ausdrückliche Ziel des Autors, der sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten durch seine zahlreichen Veröffentlichungen als ein fundierter Kenner der Pulheimer Stadtgeschichte ausweisen konnte. Der hier vorliegende zweite Band zur Geschichte Stommelns, das 1975 aufgrund der nordrheinwestfälischen Gebietsreform seine kommunale Selbständigkeit verlor und nach Pulheim eingemeindet wurde, bestätigt erneut sein Expertenwissen. Außerdem gelingt es ihm, die lokal und personell begrenzte Ortsgeschichte in die sich gegenseitig beeinflussenden politischen Entscheidungsprozesse auf der überregionalen. staatlichen Ebene einzubetten. In seinem Geleitwort unterstreicht Dr. Karl August Morisse, derzeitiger Pulheimer Bürgermeister, zu Recht die verständliche Sprache und die Leidenschaft, mit der das Buch geschrieben wurde. Darunter leidet jedoch keineswegs die Präzision und die bemerkenswerte Informationsfülle, so daß jeder, der seinen Blick für die Details schärfen und die Identität Stommelns deutlich erkennen will, diese Publikation zusammen mit dem ersten Band (Josef Wißkirchen; 200 Jahre Geschichte Stommelns, Band 1: 1794-1914, Pulheim 1997) lesen muß.
Der in dieser aktuellen Veröffentlichung behandelte Zeitraum umfaßt die erste Hälfte des jüngst abgelaufenen 20. Jahrhunderts. Diese Jahre wurden geprägt durch zwei Weltkriegskatastrophen, die menschenverachtende nationalsozialistische Diktatur und die Weimarer Republik, eine kurze und leider gescheiterte demokratische Episode in der deutschen Geschichte. Deshalb müssen auch Themen wie der dörfliche Antisemitismus, die Judenverfolgung, die zum Untergang der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Stommeln führte, und die Zeit der Entnazifizierung nach Ende des Zweiten Weltkrieges angesprochen werden. Was wußte man in Stommeln?, Fehlender Widerstand", Denunziation" lauten dann zum Beispiel Überschriften einiger Buchkapitel, in denen Wißkirchen bittere Wahrheiten thematisiert und menschliches Versagen kritisiert immer jedoch auf der Basis der exakt und zweifelsfrei recherchierten Tatsachen. Von dieser intensiven Beschäftigung mit den überlieferten und in vielen Stunden zusammengetragenen Fakten zeugen dann ebenfalls seine weiteren Ausführungen, so beispielsweise über die Landwirtschaft, das dörfliche Vereinsleben, die Gemeindeverwaltung, die Schulentwicklung und das kirchliche Leben.
Zahlreiche, häufig auch historische Bilder bereichern den informativen Text. Ein weiterer Pluspunkt ist der ausführliche Anhang, dessen statistische Angaben zusammen mit den Tabellen im Buchtext kaum Wünsche offen lassen. Beispielsweise finden sich dort Wahlergebnisse genauso wie namentliche Aufzählung der Mitglieder des Gemeinderates und der Amtsvertretung bzw. Bürgermeisterei Stommeln.
Detailliert listet der Autor auch die leider nur lückenhaft der Gemeindeverwaltung gemeldeten Kriegsschäden auf. Interessant ist noch der Blick auf das dörfliche Wirtschaftsleben. Neben statistischen Angaben im Textteil führt das ausführliche Gewerbeverzeichnis für das Jahr 1935 dem Leser den enormen Strukturwandel der gewerblichen Wirtschaft vor Augen: nur ein Arzt und eine Apotheke, aber dreizehn Kolonialwarenhandlungen, neun Schuhmacher, fünf Schmiede, zehn Schneider, sieben Metzgereien und fünf Dreschmaschinenbesitzer sind nur einige Beispiele, wo sich ein Vergleich mit heute bestimmt lohnt.
Das Literaturverzeichnis gibt jedem Interessierten zahlreiche Hinweise für die eigene, weitergehende Beschäftigung mit der Stommelner Dorfgeschichte. Wahrscheinlich ist Stommeln eine der ganz wenigen Ortschatten von vergleichbarer Größe, deren Historie derart umfangreich und sorgfältig aufgearbeitet wurde. Denn zusammen mit dem ersten Band von Josef Wißkirchen und einer weiteren, etwas älteren Publikation (Hans Welters; Stommeln 962-1962. Die Geschichte eines rheinischen Dorfes, aufgezeichnet anläßlich der Jahrtausendfeier seiner ersten urkundlichen Nennung, Stommeln 1962, 239 Seiten), die leider nicht im Literaturverzeichnis erwähnt wird, liegt eine ausführliche Darstellung der Stommelner Geschichte vor.
Dr. Herbert W. Heermann
Stommeln
Mentalitätsgeschichte eines Dorfes
Die von Josef Wißkirchen verfasste intensive, wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Analyse und Darstellung der Geschichte eines Dorfes im Zeitalter der beiden Weltkriege setzt Maßstäbe: 200 Jahre Geschichte Stommelns, Bd 2: 1914-1945. Am Beispiel Stommelns, westlich von Köln gelegen, werden grundsätzliche Einsichten zur Alltagsgeschichte im ländlichen Raum und zu den politischen Implikationen des katholischen Milieus" gewonnen.
Aufschlussreich für die Mentalitätsgeschichte sind z. B. die Analysen zur Funktion des Kriegervereinswesens nach dem Ersten Weltkrieg oder die detaillierten Darlegungen zur Gleichschaltung" der Dorfgesellschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. Weitere Stichworte: Bürger- und Bauernräte nach dem Ersten Weltkrieg, christlich-jüdisches Zusammenleben und Holocaust, Denunziantentum in der NS-Zeit, ländliche Zwangsarbeiter, Bombenkrieg im Zweiten Weltkrieg, Entnazifizierung und vieles mehr. Der 1997 erschienene 1. Band von 200 Jahre Geschichte Stommelns behandelt die Jahre von 1794-1914.
Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 73 (2002), S. 365f.
"Stommeln, Ldgem. im preuß. RgBz. und Ldkr. Köln an der Bahn Köln-München-Gladbach-Venlo, hat (1933) 2508 meist kath. E., Ziegelei." So steht es in meinem Brockhaus von 1934, der Meyers von 1929 ergänzt ein Krankenhaus, eine Brennerei und den Viehhandel. Und so hätte es mir (für die hier in Rede stehende Zeit) bislang auch vollkommen zugereicht. Das wäre ein Irrtum gewesen, wie Josef Wißkirchens im Auftrag der Stadt Pulheim erarbeitetes Kompendium zur Stommelner Stadtgeschichte zeigt. Auf fast tausend Seiten in zwei Bänden hat er die Ortsgeschichte seit 1794 aufgeschrieben. Jetzt liegt der zweite Band für die Jahre 1914 bis 1945 vor.
Zu den Ansprüchen einer modernen Stadtgeschichte gehört es, dem Wunsch nach Heimatverbundenheit, nach lokaler Identität, eine historische Grundierung zu geben. Hierzu dienen auch weiterhin Bilder und Erzählungen, bei denen der Effekt der Wiedererkennung von Bestehendem, Vergangenem, Verändertem für den ortskundigen Leser ein ganz wesentlicher Bestandteil der Darstellung ist. Deshalb ist das Anekdotische, das dem Erzählten die ganz eigene Atmosphäre gibt, nicht gering zu schätzen. Über die ausschließliche Chronistenpflicht, zu schildern, was sich denn alles am Orte abgespielt hat, geht die moderne Stadt- und Regionalgeschichte jedoch hinaus, indem sie ihr Material dem Vergleich aussetzt, um bestenfalls zu typisierenden Aussagen zu kommen.
Stommelns neue Stadtgeschichte stellt sich modernem wissenschaftlichen Anspruch. Ihr Verfasser ist bemüht, beidem gerecht zu werden, einerseits dem Bedürfnis seiner Stommelner, heute Pulheimer Leser, ihre lokale Identität besser zu begreifen und andererseits dem Wunsch, auf der schmalen Basis der verfügbaren Quellen dennoch zu qualifizierten Ergebnissen zu gelangen.
Für seinen Berichtszeitraum rastert Wißkirchen die verschiedenen Aspekte des dörflichen Zusammenlebens ab. Nach einführenden Kapiteln über den Ersten Weltkrieg und die politischen Wirren in seiner Folge berichtet er über die politische und infrastrukturelle Entwicklung des Dorfes während der Weimarer Republik. Wie demokratisierte sich die Gemeindeverfassung, wer waren die exponierten Personen der Lokalpolitik? Wann gab es ein Kino, wann die erste Straßenbeleuchtung? Wie lebten die Kinder? Die Geschichte der Lokalpolitik und die der Dorfgesellschaft wird in allen ihren Facetten detailliert, vielleicht etwas zu additiv, erzählt. Dabei stehen durch die Wirtschaftsstruktur Stommelns vorgegeben die Landwirtschaft und die bäuerliche Existenz im Vordergrund. In gleichem Maße dominiert die Schilderung des katholischen Milieus mit Kirchenchor, Vereinen, dem konfessionellen Zugriff auf die Schule.
Im dritten Teil des Buches wiederholt Wißkirchen seine Rundumsicht auf das Dorf, jetzt für die Zeit des Nationalsozialismus. Wie verändert das Führerprinzip die kommunale Verwaltung? Wer sind die Männer, die das Dritte Reich in Stommeln repräsentieren? Es werden die Auswirkungen der Gleichschaltung auf das ländliche Wirtschaften (Reichsnährstand) ebenso geschildert, wie die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen in der Diktatur (Hitlerjugend, Reichsarbeitsdienst) und die Einschränkungen, denen das kirchliche Leben unterlag (Verbot von Verbänden, "Schulkampf"). Ein umfangreiches Kapitel ist dem Bericht der Kriegsereignisse vorbehalten. Hier ist besonders der Textteil über Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter hervorzuheben.
Die 1983 wiedererrichtete Synagoge wurde seither durch verschiedene Kunstprojekte zu einem überregional bedeutenden Gedächtnisort. Sie erinnert an die Stommelner Juden, ihrem Leben und Schicksal widmet Wißkirchen breiten Raum. Er zeigt, wie Christen und Juden ohne besondere Konflikte wenn nicht mit-, so doch nebeneinander lebten, und wie sich dies nach 1933 änderte. Er fragt, was man in Stommeln wußte, wissen konnte. Ein plausible Antwort darauf, was den Verlust an Humanität auslöste, muß auch Wißkirchen schuldig bleiben.
Mit einem kurzen Exkurs über die Entnazifizierung geht der Verfasser mit Recht über die Zäsur des Kriegsendes hinaus. Wißkirchen nennt in seinem Buch die Dinge stets klar beim Namen, nennt auch die Namen der Täter, entreißt die Namen der Opfer dem Vergessen. Seine Wertungen sind abgewogen, doch keineswegs milde, immer sind sie ehrlich und nachvollziehbar. Ein üppiger, meist statistischer Anhang und ein Register runden den Band ab.
Insgesamt ein hervorragendes Buch. Doch in dieser Breite kann es nicht immer möglich sein, einem kleinen Ort Geschichte zu geben. Das muß auch nicht überall so gelingen.
Martin Kröger, Köln
Seit einigen Jahren sind mehrbändige Stadtgeschichten en vogue, ungewöhnlich ist aber eine mehrbändige Dorfgeschichte, die sich zudem auf die neueste Geschichte von der französischen Zeit bis 1945 beschränkt. Ein solches Werk liegt nun für Stommeln vor, eine der vier Kommunen, die durch das Köln-Gesetz von 1975 ihre Selbständigkeit verloren hat und zu einem Stadtteil von Pulheim geworden ist. Der Verfasser, Josef Wisskirchen, ist ein anerkannter und äußerst versierter Kenner der Geschichte dieser Region, zu deren Geschichte er seit den 80er Jahren regelmäßig Publikationen vorgelegt hat.
Bereits anlässlich der Jahrtausendfeier der ersten urkundlichen Erwähnung war 1962 eine Orts-geschichte unter dem Titel: Stommeln 962-1962 erschienen, die sich aber im Wesentlichen auf die Zeit bis zur Französischen Revolution beschränkte. W. schließt hier unmittelbar an. Die Gliederung beider Bände lehnt sich an die politische Untergliederung bis 1945 an. Der erste Band bringt sozusagen als Einleitung einen Überblick über die Zustände in den letzten Jahren der vorfranzösischen Zeit, es folgt ein zweites Kapitel über die Franzosenzeit und ein umfangreiches drittes über die preußische Zeit von 1815 bis 1914. Der zweite Band behandelt in ebenfalls drei Kapiteln die Zeit des Ersten Weltkriegs, die Jahre der Weimarer Republik und die nationalsozialistische Epoche bis 1945. Beide Bände haben jeweils ein viertes Kapitel, in denen umfangreiche, den Text ergänzende Tabellen und Listen zusammengestellt sind.
Wenn man bedenkt, dass Stommeln bis 1945 ein Dorf war, dessen Einwohnerzahl nie die Grenze von 2500 überschritten hat, dann kann man sich vorstellen, dass eine fast 1000-seitige Geschichte kaum einen relevanten historischen Bereich dieses Ortes außer Acht gelassen hat. Um die angesprochene Themenvielfalt zu dokumentieren, greifen wir exemplarisch die Preußenzeit heraus, die W. nach sachlichen Gesichtspunkten in 15 Unterkapitel gegliedert hat, von denen das letzte, kurze Kapitel: Dorf im Aufbruch eine Art Quintessenz des gesamten Buches ist. Das erste Kapitel hat die Entwicklung der Kommunalverfassung und ihre Träger zum Thema, wobei allerdings die größere politische Einheit, die Bürgermeisterei Stommeln, die Bearbeitungsgrundlage bildet. Im nächsten Kapitel wird die demographische und soziale Entwicklung (Bevölkerungswachstum, Amerikaauswanderung, Sozialstruktur) zum Thema, während im 3. Kapitel die Auswirkungen gesamtpolitischer Ereignisse auf die Dorfgeschichte hin untersucht werden (Revolution 1848, Reichsgründung, Kriegerverein). Im kirchengeschichtlichen Kapitel hat W. die Biographien der Pfarrer und die Geschichte der Pfarrinstitutionen dargestellt, in dessen Rahmen er auch den Kulturkampf, den Bau der neuen Pfarrkirche und die Seligsprechung der mittelalterlichen Lokalheiligen Christina von Stommeln abhandelt. Unter diesem Thema behandelt er ebenfalls eine Geschichte der Bruderschaften sowie der zahlreichen im 19. Jh. neu gegründeten kirchlichen Vereine. Den weltlichen Vereinen (Schützenverein, Kriegerverein, Gesangverein etc.) ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Breiten Raum nimmt was bei einem weitgehend bäuerlich orientierten Dorf nicht verwundert die Darstellung der Agrargeschichte ein. W. behandelt alle wichtigen Innovationen des 19. Jhs., angefangen bei der Einführung neuer Früchte (Kartoffel und Zuckerrüben) über die Kultivierung der Bruchlandschaft und die Gewinnung neuen Ackerlandes bis hin zur Benutzung leistungsfähigerer Ackergeräte und der Einführung der Dreschmaschine gegen Ende des 19. Jhs. Zum Themenbereich Landwirtschaft gehören auch die Mühlen, die W. unter den Gewerbebetrieben und Gaststätten anführt. In diesem Kapitel weist er auch auf weitere dörfliche Gewerbebetriebe wie Ziegeleien, Brauereien und Schnapsbrennereien hin. Die Verbesserung der Infrastruktur wird in den beiden Kapiteln Entstehung eines modernen Verkehrsnetzes und Zivilisatorischer Fortschritt angesprochen. Auf die drei restlichen behandelten Themen sei nur verwiesen: Schulgeschichte, Geschichte der jüdischen Gemeinde und das Gesundheitswesen.
Insgesamt gesehen gewichtet W. die Länge der einzelnen Kapitel in etwa entsprechend ihrer Bedeutung, die das Thema für die Stommelner Geschichte hat, eine Arbeitsweise, die er auch für die hier nicht vorgestellten Kapitel in beiden Bänden in vorbildhafter Weise beibehält. Er schreibt in einer klaren Sprache, die nicht nur dem Fachmann, sondern auch dem viel zitierten Laien verständlich ist. In seiner Darstellung bringt er immer wieder die lokalen Ereignisse vor dem Hintergrund der allgemeinen politischen Entwicklung zum Sprechen. Er beschreibt nicht nur die tief greifenden Veränderungen, die vor allem durch die fortschreitende Technisierung eingetreten sind, sondern auch die Auswirkungen, die diese auf die Bevölkerung gehabt haben. Die beiden Bände sind darüber hinaus sorgfältig mit Abbildungen und Karten ausgestattet und verfügen jeweils über ein ausführliches Register. Alles in allem hat der Verfasser eine vorbildliche Dorfgeschichte vorgelegt.
Bonn Wolfgang Herborn
Als die Franzosen 1794 das kleine, nördlich von Köln unweit der heutigen Stadtgrenze gelegene Dorf Stommeln besetzten, ging für den 962 im Besitz des Kölner Stifts St. Cäcilien bezeugten Ort eine lange Epoche der Zugehörigkeit zum jülichschen Amt Bergheim zu Ende. Stommeln ist allgemein vielleicht noch als Geburtsort der 1312 verstorbenen Christina von Stommeln geläufig, doch was sollte es, so könnte man vorschnell meinen, über den heutigen Pulheimer Stadtteil schon aus dem langen 19. und dem 20. Jahrhundert zu berichten geben? Und dann für rund 200 Jahre einer landwirtschaftlich strukturierten Siedlung gleich eine Ortsgeschichte, die nahezu 1000 Seiten umfasst? Die Lektüre der beiden hervorragenden Bände von Josef Wißkirchen zerstreut derartige Bedenken bereits nach den ersten Zeilen, handelt es sich doch um eine lesenswerte, wissenschaftlich fundierte Ortsgeschichte aus der Feder des besten Kenners dieser Region.
Im ersten Band stellt Wißkirchen zunächst das Dorf gegen Ende des 18. Jahrhunderts vor (Topographie, Dorfbrand, Dorfordnung), um sich im folgenden Abschnitt ausführlich den Jahren 1794-18 zuzuwenden: Zu den detailliert in jeweils einzelnen Kapiteln beschriebenen Themen zählen die Verwaltungsstruktur der französischen Zeit (Mairie Stommeln), die Säkularisation, die Judenemanzipation, die Sozialstruktur der Stommelner Bevölkerung und die letzten Jahre der napoleonischen Herrschaft. Der dritte, umfangreichste Abschnitt behandelt sodann die Geschichte der Bürgermeisterei Stommeln in preußischer Zeit von 1815-1914. Die 15 Kapitel sind der Kommunalverfassung, der demographischen und sozialen Entwicklung im 19. Jahrhundert, der politischen Entwicklung (Revolution von 1848/49, Kriege von 1866 und 1870/71, Kriegervereine), der Rodung des Stommelner Busches und der Entstehung des Ortes Stommelerbusch, dem kirchlichen Leben und dem katholischen Milieu, den Juden, der Schule und der Entstehung der modernen Infrastruktur (Verkehrsnetz, Venloer Str., Eisenbahnanschluß) gewidmet sowie der Entwicklung der Landwirtschaft, den Gewerbebetrieben und Gaststätten, dem Gesundheitswesen, der Freiwilligen Feuerwehr, dem »zivilisatorischen Fortschritt« (Wasserversorgung, Elektrifizierung usw.), der St.-Matthias-Schützenbruderschaft und dem Vereinswesen. Ein Anhang bietet neben einzelnen Quellen etwa zum Kulturkampf Einzelnachweise zur Säkularisation, zu den ausgeführten Hausanschlüssen des Wasserwerks Stommeln oder eine Übersicht über die nichtbäuerlichen Berufe. Insgesamt verdeutlicht der Band den tiefen Wandel in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, der sich seit Ende des 18. Jahrhunderts vollzog, klar und anschaulich. Gleichzeitig bietet er zahlreiche aufschlussreiche Details, ob zur Achtundvierziger-Revolution, zum Kulturkampf oder zum Strukturwandel der dörflichen Gesellschaft.
Der zweite Band ist ebenfalls in drei Abschnitte gegliedert und beginnt mit einer Darstellung des Ortes im Ersten Weltkrieg. Der umfangreiche zweite Abschnitt über die Geschichte Stommelns während der Weimarer Republik beginnt mit einem Kapitel zur Novemberrevolution vor Ort und dem Stommelner Arbeiter-, Bürger- und Bauernrat sowie der britischen Besatzung. Unter der Überschrift »Gemeindeverfassung und Gemeindeverwaltung« werden sodann auch der politische Neubeginn, die Parteien, die Verwaltung und die wichtigsten Akteure (Bürgermeister, Beigeordnete usw.) behandelt. Eigene Kapitel sind ferner der Wirtschaft, der Dorfentwicklung und der Infrastruktur, der Landwirtschaft, der katholischen Kirche und dem katholischen Milieu, Schule und Vereinen, den jüdischen Familien Stommelns und schließlich der Agrar- und Weltwirtschaftskrise gewidmet. Die acht Kapitel des folgenden, umfassenden dritten Abschnitts über die Zeit des Nationalsozialismus behandeln zunächst detailliert die Machtergreifung; im Amt Stommeln waren die Nationalsozialisten dabei bezogen auf die Wahlergebnisse im Landkreis Köln »überdurchschnittlich erfolgreich« (225). Anschaulich portraitiert Wißkirchen zudem die wichtigsten Akteure dieser Jahre. Die Kapitel über den Reichsnährstand und die NS-Volkswohlfahrt, über Kindheit und Jugend, über die katholische Kirche und die Versuche der Entchristlichung, über das Schicksal der jüdischen Stommelner und schließlich über den Ort im Zweiten Weltkrieg zeichnen ein eindringliches, differenziertes Bild der Dorfgesellschaft im Nationalsozialismus. Um den immensen, jedoch nie unübersichtlichen Detail- und Aspekte-reichtum einmal beispielhaft zu verdeutlichen: Das Kapitel über den Zweiten Weltkrieg in Stommeln schildert das erste Kriegsjahr (z. B. mit Einquartierungen und Siegesstimmung), die Versorgungslage (Schwarzschlachtungen und Schwarzmarkt), die Auswirkungen des Luft- und Bombenkrieges sowie den Bau von Schutzstollen und Bunkern. Die Schule unter Kriegsbedingungen wird ebenso behandelt wie die Seelsorge im Krieg (z. B. separate »Polenmessen« für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, katholischer Protest gegen den »Klostersturm« der Nazis 1941) oder die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterschicksale. Schließlich bietet das Kapitel die Kriegsereignisse mit dem Näherrücken der Front, dem Einmarsch der Amerikaner am 3. März 1945 und das Kriegsende dar. Dabei gelingen Wißkirchen immer wieder klare, abgewogene Bewertungen, so etwa, wenn er das »Sammeln von Pelz- und Wollsachen für die im eisigen russischen Winter steckengebliebenen deutschen Truppen« durch Schüler des Ortes kommentiert: »Das heimatliche Bemühen war sicherlich rührend, aber angesichts des massenhaften Sterbens und der massenhaften Verbrechen an der Ostfront von geradezu grotesker Unangemessenheit und Hilflosigkeit« (348). Ein Ausblick auf die Entnazifizierung beschließt die Darstellung. Auch dieser Band ist mit einem umfangreichen statistischen Anhang (z. B. Gewerbe, Gemeinderatsmitglieder, Wahlergebnisse) ausgestattet. Seine Lektüre verdeutlicht einerseits, dass Stommeln zwar bis zum Zweiten Weltkrieg »ein Bauerndorf« (102) blieb, doch zeigt sie auch eindringlich, dass sich der Prozess der Modernisierung und eine immer tiefgreifendere Veränderung der Lebensverhältnisse in den betrachteten 40 Jahren unaufhaltsam vollzogen.
Festzuhalten bleibt somit, dass es sich um eine sehr bemerkenswerte, detaillierte Ortsgeschichte handelt, wie es sie auf dieser erschöpfenden Quellenbasis und in dieser Qualität für nur wenige der kleinen rheinischen Orte gibt. Die klare Sprache, die einleuchtende Gliederung, die keinen relevanten Bereich auslässt, und die ansprechende Bebilderung überzeugen ebenso wie der vom Verfasser gewählte Ansatz, einerseits Strukturen und Chronologie jeweils in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen und andererseits die Entwicklungen vor Ort stets in den größeren Kontext einzubetten: »Wer Lokalgeschichte angemessen erzählen will, muß sich um Genauigkeit auch im Detail bemühen, zugleich aber auch aufzeigen, wie in diesem Detail das vielfach verästelte Beziehungsgeflecht der Zeit deutlich wird. Er wird in dem Einzelnen nach dem Allgemeinen suchen, sich bemühen, in dem Hinschauen auf das Kleine zugleich die großen Zusammenhänge wahrzunehmen« (Bd. II, S. 13). Dies ist vorzüglich gelungen. Es ist zu wünschen, dass Josef Wißkirchen nach den beiden vorliegenden Bänden die Geschichte Stommelns von der Nachkriegszeit bis zur kommunalen Neugliederung in den Blick nimmt. Bleibt noch anzumerken, dass der erste Band beim Verein für Geschichte und Heimatkunde e.V. mittlerweile vergriffen ist, jedoch noch über Bücher Glaeser, Josef-Gladbach-Platz 1a, 50259 Pulheim-Stommeln (02238/140095) bezogen werden kann.
Stefan Wunsch, Köln